Presseberichte

Große Gardefremdensitzung der Mainzer Klepper-Garde 1856 e.V.

Von Marianne Hoffmann

An diesem Abend wird die 1616. Folge der “Lindenstraße”  ausgestrahlt. Doch wer ist nicht dabei ? Marie-Luise Marjan, denn sie sitzt im langen roten Spitzenkleid in der “guten Stubb der Meenzer” im Kurfürstlichen Schloß. Ganz so ist das jetzt natürlich nicht, denn die Folgen sind schon abgedreht, und “Mutter Beimer” hat heute frei. Im vergangenen Jahr hat Marie-Luise Marjan das “Meenzer Jockelche” verliehen bekommen, als Dank für ihre Unterstützung  der Jugendarbeit. Begeistert sieht die Schauspielerin dem Einzug der Garden in den Saal des Mainzer Schlosses zu, ebenso die vielfarbbunten Narren von Nah und Fern. Peter Müller, Präsident und Stadtmarschall der Mainzer Klepper-Garde 1856 e.V., begrüßt gut gelaunt das närrische Volk und den Musikverein Sörgenloch unter der Leitung von Joachim Groß, der den Abend musikalisch untermalt. Der Protokoller hat sich verjüngt,  Julian Seitz tritt ohne Vater Horst auf und gibt einen souveränen Protokoller, dem die ehemalige Lichtgestalt Franz Beckenbauer, der nun zur Funzel wurde, mehr am Herzen liegt als Donald Trump. Denn wie heißt es so schön: ”Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber.” Auch zur deutschen Bundespräsidentenwahl hat er ganz klare Vorstellungen: Andreas Schmitt, der Obermessdiener, “des wär der Richtige gewesen.” Nicht weniger geschliffen “Das Phantom der Oper” alias Helmut Schlösser von den Mombacher Bohnebeitel, der das Zeitgeschehen aus der Loge der Oper beobachtet und auf dem Spielplan nur Fehlentscheidungen findet, es sei denn, Trump lässt die Mauer von den Arbeitern des Berliner Flughafens bauen. In der “Akroshow” wird das getanzt, was die Neonfarbigen 80er Jahre so hergaben. Kleine Ballettratten in neonschillernden Kostümen wirbeln über die Bühne und durch die Luft. Der SAV Mainz- Laubenheim ist für seine Sportakrobatik mehrfach ausgezeichnet worden. Die Zugabe geht schwerelos über die Bühne. Gunther Raupach kommt ja eigentlich aus dem Hessischen, ist aber von Mainzer Fastnachtsbühnen kaum mehr wegzudenken. Sein Vortrag als “Reisender”, der über den Brenner soll, fällt anders aus als erwartet, denn der Brenner entpuppt sich als Schneidbrenner der Feuerwehr Untertaunus und befreit den Nackten unterm Nachthemd nach einer Blitzeisrutschaktion vom Laternenpfahl. Bei so viel Kokolores reißt es alle von den Stühlen. Entdeckt bei “Jugend in der Bütt” hat Sitzungspräsident Peter Müller Carla Geist (Gesang) und Felix Kettering (Gesang und Klavier), die zeigen, dass die Zukunft der Fastnacht sicher ist. Andreas Schmitt, der Obermessdiener, stellt gleich zu Beginn einmal fest, dass die närrische Bütt von Jahr zu Jahr enger und der Schoppen immer evangelischer wird, zu viel Wasser, zu wenig Wein, bevor er sich der Weltpolitik widmet und in gerechtem Torn lautstark über den “Pinocchio vom Bosporus “schimpft. Was wäre Fastnacht ohne den “Deitschen Michel” Bernhard Knab, der den Narren gekonnt den Politikspiegel vors Gesicht hält, um mit “Die Welt wär sauber, glaubt es mir, kehrt jeder vor der eignen Tür”, alles gesagt zu haben. Aus einer Kiste entsteigt der singende Clown, Julia Mathes-Göring, um mit Mainzer Liedern die Schunkelkapazität zu steigern.  Das Showballett der Mainzer Kleppegard(MKG) tanzt sich in Wikingerkostümen in schwindelnde Pyramidenhöhen, die ja eigentlich nicht im Norden stehen. Fliegende Körper, tolle Kostüme, welch ein Bild! Jürgen Wiesmann, der “Reisemuffel”, würde vielleicht gerne ins Wikingerland fahren, wenn er dadurch Naomi und ihrem ungeratenen Sohn Justus Aurelius aus dem Weg gehen könnte. Kein Finale ohne die Hofsänger, die sich in diesem Jahr ausführlich muikalische Gedanken um die Worscht, die Fleischworscht, gemacht haben und auch der Überlegung nachgehen, dass sie gerne auch eckig für die Damenwelt sein kann. Hauptsache, sie schmeckt.

 

Der AZ-Jokus geht an:

 

das MKG Showballett mit ihren grandiosen Kostümen und den überzeugenden Tanz – und Hebeeinlagen, die einen amtemlos machten ,trainiert von Jacqueline Pledl. Ein optischer Leckerbissen.

 

Außerdem dabei :

Musik und Tanz: Gardetanz , MKG Gardeballett (Trainerin:Corinna Utesch) , StimmBänd der MKG mit Hans-Jürgen und Tobias Dieer, der Sound of Weisenau mit Benny Reinhard

 

Redner:

Rüdiger Schlesinger als “Red -Acteur” , der “Nachtwächter “Adi Guckelsberger